Weg des Erinnerns

Der "Weg des Erinnerns" besteht aus zwölf Informationstafeln, die den Fußweg vom Dachauer Bahnhof zum Besucherzentrum der KZ-Gedenkstätte säumen. Mit diesen Tafeln erinnert die Stadt Dachau an die historische Bedeutung des drei Kilometer langen Weges, auf dem die meisten Häftlinge während der NS-Zeit ins Konzentrationslager gebracht wurden. Die Informationen verdeutlichen den Zusammenhang, der zwischen dem Lager und seinem Dachauer Umfeld bestand. Um den "Weg des Erinnerns" zu Fuß nachzugehen, sollten etwa 45 Minuten eingeplant werden.

Überblick Weg des Erinnerns

Die Informationstafeln orientieren sich an den historischen Spuren in Dachau. So ist noch der Bahndamm zu erkennen, über den Gefangenenzüge ins Konzentrationslager rollten und auch die öffentlichen Straßen sind erhalten, zu deren Bau KZ-Häftlinge eingesetzt wurden. Unmittelbar vor der Befreiung des Konzentrationslagers trieb die SS auf diesen Straßen noch 7000 Häftlinge auf einen Todesmarsch ins Ungewisse.

 

Über die "Straße der KZ-Opfer" werden die Besucher weiter an der Südgrenze der ehemaligen SS-Kaserne vorbei zur KZ-Gedenkstätte geleitet. Auf den Gebäudebestand der alten Munitionsfabrik aufbauend hatte die SS hier ein frei zugängliches Stadtviertel mit Wohn- und Geschäftshäusern für SS-Angehörige und ihre Familien errichtet. Heute unterrichten Informationstafeln an dieser Stelle über die enge Nachbarschaft zwischen den Männern der SS und der Zivilbevölkerung. Die meisten historischen Bauten sind mittlerweile abgebrochen, nur einzelne Gebäude, die heute von der Bayerischen Bereitschaftspolizei genutzt werden, sowie Bordsteine und Reste der Straßenbeläge zeugen noch von der ursprünglichen Bebauung.

Außerdem konnten Fundamente des äußeren Torgebäudes des Konzentrationslagers freigelegt werden, das die Häftlinge seit 1935 bei der Ankunft im Lager passieren mussten. Der "Weg des Erinnerns" endet unmittelbar am Besucherzentrum der KZ-Gedenkstätte mit dem Blick auf eines der Fabrikgebäude, in denen die Gefangenen zur Zwangsarbeit eingesetzt wurden. Zwei weitere Fabrikbauten wurden in den 1980er abgerissen, von ihnen zeugen nur noch die vorhandenen Erdwälle, die aus dem Bauschutt der zerstörten Gebäude angehäuft wurden. Die Tafeln des "Weges des Erinnerns" schließen an dieser Stelle unmittelbar an die Informationstafeln der KZ-Gedenkstätte Dachau an.

Das Projekt der Stadt Dachau wurde 2007 in Kooperation mit der KZ-Gedenkstätte und in Absprache mit den zeitgeschichtlichen Vereinen in Dachau umgesetzt. Mit dem "Weg des Erinnerns" griff die Stadt Anregungen ehemaliger Häftlinge, der KZ-Gedenkstätte und des Fördervereins für Internationale Jugendbegegnung und Gedenkstättenarbeit in Dachau e.V. auf.