Werkvertrag Studie ehemalige SS-Versuchsanstalt

Die KZ-Gedenkstätte Dachau / Stiftung Bayerische Gedenkstätten vergibt zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen Werkvertrag über 40.000 Euro zur Erstellung einer wissenschaftlichen Studie zu den SS-Versuchsgütern ("Kräutergarten") des Konzentrationslagers Dachau.

Die SS-Versuchsgüter wurden 1938 auf Anordnung des Reichsführers SS im unmittelbaren Anschluss an das Häftlingslager des KZ Dachau angelegt. Der große gartenbauliche Betrieb mit angeschlossenem Forschungsinstitut widmete sich der Anpflanzung und Erforschung von Heilkräutern. Ab 1939 wurde das Unternehmen von der SS-eigenen „Deutschen Versuchsanstalt für Ernährung und Verpflegung“ (DVA) geführt. Das Vorhaben sollte das Deutsche Reich im Zweiten Weltkrieg von der Einfuhr ausländischer Medikamente und Gewürze unabhängig machen und eine „deutsche Volksheilkunde“ etablieren. Eine hohe Anzahl von KZ-Häftlingen musste auf den SS-Versuchsgütern Zwangsarbeit leisten, wobei der Terror der SS zahlreiche Todesopfer forderte. Zur Erforschung der Geschichte der SS-Versuchsgüter und der Nutzung des historischen Areals nach 1945 soll eine wissenschaftliche Studie in Auftrag gegeben werden.

Aufgabenstellung:

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Recherchen im Dokumentenarchiv, im Video- und Audioarchiv und in der Sammlung der KZ-Gedenkstätte Dachau sowie in weiteren nationalen und internationalen Archiven
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Aufbereitung der Rechercheergebnisse in einer wissenschaftlichen Studie
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Dienstreisekosten können bis zu einem vereinbarten Volumen separat werden.

Anforderungsprofil:

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Abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium mit Schwerpunkt im Fach Neuere und Neueste Geschichte, Kultur- und Politikwissenschaften oder Ethnologie/Volkskunde
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Ausgewiesene Kenntnisse der Geschichte des Nationalsozialismus (insbesondere der NS-Agrarpolitik und des KZ-Systems), der Nachkriegsgeschichte und erinnerungskultureller Themen
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Berufserfahrung im Bereich von zeithistorischen Museen, Gedenkstätten oder vergleichbaren Einrichtungen historisch-politischer Bildung
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Erfahrungen im Umgang mit archivalischen Quellen, Video-Sammlungen und lebensgeschichtlichen Zeitzeugen-Interviews
 •  Die sichere Beherrschung der englischen und mindestens einer weiteren Fremdsprache wird vorausgesetzt.

Der Werkvertrag ist mit 40.000 Euro dotiert. Die Studie ist bis zum 31. Dezember 2019 fertigzustellen.

Wir freuen uns auf Ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen bis zum 14. Oktober 2018 an folgende Adresse (Bewerbungsunterlagen werden nicht zurückgeschickt):

KZ-Gedenkstätte Dachau
Frau Dr. Gabriele Hammermann
Alte Römerstraße 75
85221 Dachau

08131/669970
info@kz-gedenkstaette-dachau.de

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