Internationales Mahnmal

Station 13

Übersichtsplan

Das Mahnmal wird über einen Weg aus Granitplatten betreten, die an die schweren Steinbrucharbeiten im KZ Flossenbürg und KZ Mauthausen erinnern sollen, und führt leicht abwärts auf die Skulptur von Nandor Glid zu: Dort sind Pfähle, Gräben und Stacheldraht zu erkennen, Symbole, die für die Sicherungsanlagen des Konzentrationslager stehen. Menschliche Skelette, verfangen im Stacheldraht, gedenken derjenigen, die aus Verzweiflung in den "Draht gingen" und sich dadurch das Leben nahmen. Je weiter der Besucher in die Senkung hinab geht, desto mehr erfährt das Motiv der Menschen im Stacheldraht eine Erhöhung, ähnlich einem Altarbild, einem Tryptichon.

Am tiefsten Punkt des Mahnmals erkennt der Besucher ein zweites Relief aus verschiedenfarbigen Dreiecken, die auf einer Kette angeordnet sind. Die Dreiecke symbolisieren die Winkel, mit denen jeder Häftling (ab 1937) entsprechend seiner Zuweisung durch die SS zu einer Gefangenengruppe gekennzeichnet wurde. Der Anordnung der Winkel auf der Kette verweist dabei auf die Häftlingssolidarität in der Zwangsgemeinschaft im Lager. Es erinnert an die für das Überleben notwendige Kameradschaft, Hilfsbereitschaft und Solidarität zwischen den unterschiedlichen Häftlingsgruppen.

Drei Winkelfarben sind nicht zu finden: der schwarze Winkel der als "asozial" bezeichneten Häftlingsgruppe, der grüne Winkel der so genannten kriminellen Häftlinge und der rosa Winkel, den die homosexuellen Häftlinge tragen mussten. Bei der Errichtung des Mahnmals im Jahr 1968 wurden nur diejenigen Häftlingsgruppen aufgenommen, die zu dieser Zeit als "anerkannte" Verfolgtengruppen zählten, d.h. jene, die aus politischen, rassistisch motivierten oder religiösen Gründen verfolgt wurden. Das Schicksal der anderen, der so genannten "vergessenen Opfer" ist erst seit den 80er Jahren ein Thema der Forschung und der öffentlichen Diskussion.

Die Gestaltung des Mahnmals symbolisiert einen Zirkel von Leiden und Sterben der Häftlinge, den der Betrachter bei der Begehung nachvollziehen soll: Die Stationen des Leidens der Häftlinge von ihrer Einlieferung an bis zur Befreiung. Am Ende steht Mahnung und Forderung zugleich: Am Ausgang des Mahnmals, nachdem sich der Weg wieder aus der Tiefe erhoben hat, steht eine Urne mit Asche des unbekannten Häftlings und an der Wand dahinter finden sich in fünf Sprachen die Worte "Nie wieder".

Winkelrelief

Aufnahme vom Winkelrelief.


Urne mit Asche des unbekannten Häftlings und der dahinter stehenden Mahnung "Nie wieder".

Detailansicht

Ausschnitt aus der von Nandor Glid geschaffenen Skulptur.