Internationales Mahnmal

Station 3

Übersichtsplan

Die ersten Häftlinge des KZ Dachau waren politische Gegner des Regimes, Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschafter, vereinzelt auch Mitglieder konservativer und liberaler Parteien. Auch die ersten jüdischen Häftlinge wurden auf Grund ihrer politischen Gegnerschaft in das Konzentrationslager Dachau eingeliefert. In den folgenden Jahren wurden immer neue Gruppen nach Dachau verschleppt: Juden, Sinti und Roma, Zeugen Jehovas, Homosexuelle, Geistliche u.a. Allein als Folge des Novemberpogroms, der sogenannten Reichskristallnacht, wurden 11.000 Juden in das Konzentrationslager Dachau gebracht.

Ab 1938 spiegelt sich auch die nationalsozialistische Aggression nach außen in der Häftlingsgesellschaft des Lagers wider: Nach dem "Anschluss" im Frühjahr 1938 kamen österreichische Gefangene nach Dachau. Es folgten im selben Jahr Häftlinge aus den sudetendeutschen Gebieten, im März 1939 tschechische Häftlinge und nach Kriegsbeginn Häftlinge aus Polen, Norwegen, Belgien, den Niederlanden, Frankreich usw.

Die deutschen Gefangenen wurden schließlich zu einer Minderheit; die größte nationale Gruppe waren die polnischen Häftlinge gefolgt von den Häftlingen aus der Sowjetunion. Insgesamt waren über 200.000 Häftlinge aus mehr als 30 Staaten in Dachau inhaftiert.

Eines der ersten Dinge, die man erblickt, wenn man heute durch das Tor am Jourhaus das ehemalige Häftlingslager betreten hat, ist das Internationale Mahnmal am ehemaligen Appellplatz. Mit der Gründung der Gedenkstätte im Jahr 1965 schrieb das Comité International de Dachau, das internationale Häftlingskomitee, einen Wettbewerb für die Errichtung eines Mahnmals aus. Diesen gewann der jugoslawische Künstler Nandor Glid. Die Umsetzung des Entwurfs wurde 1968 eingeweiht.

Eine Inschrift in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch und Russisch ist nach der Konzeption des Mahnmals den Rundgängen durch die KZ-Gedenkstätte vorangestellt:

"Möge das Vorbild derer, die hier von 1933 bis 1945 wegen ihres Kampfes gegen den Nationalsozialismus ihr Leben ließen, die Lebenden vereinen zur Verteidigung des Friedens und der Freiheit und in Ehrfurcht vor der Würde des Menschen."

Der Rundgang durch die Gedenkstätte wird wieder am Internationalen Mahnmal enden. Er führt nun zunächst zum ehemaligen Wirtschaftsgebäude, in dessen Räumen heute die historische Dauerausstellung untergebracht ist.

Historisches Bild

Luftufnahme der KZ-Gedenkstätte aus dem Jahr 1969.
© KZ-Gedenkstätte Dachau

Heutige Ansicht

Fotografie aus dem Jahr 2007 des von Nandor Glid geschaffenen Internationalen Mahnmals.

Detailansicht

Inschrift des Internationalen Mahnmals.