Zum Tod von Jürgen Zarusky

Mit Trauer hat die KZ-Gedenkstätte Dachau vom Tod des renommierten Historikers Jürgen Zarusky erfahren. Völlig unerwartet starb der 60-Jährige Dachauer, der über nahezu drei Jahrzehnte als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte in München arbeitete und als Chefredakteur der Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte eine internationale Bekanntheit genoss, am 4. März 2019. Schwerpunkt seiner Tätigkeit war die Erforschung des Kommunismus in der Sowjetunion und seine Auswirkung auf die deutsche Geschichte.

Mit großem Engagement hat er sich auch dafür eingesetzt, dass NS-Verfolgte wie der Münchner Walter Klingenbeck, der als Jugendlicher wegen seiner Widerstandstätigkeit zum Tode verurteilt wurde, eine würdige Erinnerung erhielten. Zarusky war Mitglied des wissenschaftlichen Fachbeirats zur Neugestaltung der KZ-Gedenkstätte Dachau in den Jahren 2002/03. Die Entstehung des Gedenkorts in Hebertshausen, wo Tausende sowjetischer Kriegsgefangener ermordet wurden, war ihm stets ein Herzensanliegen. Er hat die Entwicklung der Gedenkstätte über viele Jahrzehnte als unschätzbarer Ratgeber begleitet.

Wir werden seine wohlmeinende Kritik und hilfreiche Unterstützung vermissen.

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