Statement der KZ-Gedenkstätte Dachau zur Anfrage, ob Flüchtlinge auf dem Gedenkstättengelände untergebracht sind

Der ehemalige „Kräutergarten“ des Konzentrationslagers Dachau ist nicht Teil der KZ-Gedenkstätte Dachau.

Die landwirtschaftlichen Flächen des „Kräutergartens“, auf denen zahlreiche KZ-Häftlinge Zwangsarbeit leisten mussten, befanden sich seit 1957 im Besitz der Stadt Dachau und wurden seit 1980 nach und nach durch ein Industriegebiet überbaut.

Die wenigen noch existierenden historischen Gebäude des „Kräutergartens“ sind bis heute im Besitz der Stadt Dachau. Diese hat dort schon in den 1980er Jahren Mietwohnungen und Sozialwohnungen für Obdachlose eingerichtet. Mit Fragen zur Nutzung des Gebäudes und der Unterbringung der Obdachlosen müssten Sie sich deshalb bitte direkt an die Stadt Dachau wenden (www.dachau.de).

Aus Sicht der KZ-Gedenkstätte Dachau wäre es natürlich wünschenswert, wenn sich in Dachau geeignetere Unterbringungsmöglichkeiten fänden, die den individuellen Bedürfnissen der Obdachlosen gerecht werden. Zur Nutzung der historischen Bauten des „Kräutergarten“ hat die KZ-Gedenkstätte ein Konzept vorgelegt, dieses sieht u.a. vor, einen Teil der Gebäude zu sanieren, dort eine Ausstellung zur Geschichte des „Kräutergarten“ zu zeigen und ein Fortbildungs- und Studienzentrum einzurichten (siehe auch das beim Wallstein-Verlag erschienene Buch: Gabriele Hammermann/Dirk Riedel (Hrsg.), Sanierung – Rekonstruktion – Neugestaltung. Zum Umgang mit historischen Bauten in Gedenkstätten, Göttingen 2014; http://www.wallstein-verlag.de/9783835314511-sanierung-rekonstruktion-neugestaltung.html).

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