Nachruf Franz Rosenbach

Die KZ-Gedenkstätte Dachau trauert um den Überlebenden und stellvertretenden Vorsitzenden des Bayerischen Landesverbands Deutscher Sinti und Roma, Franz Rosenbach, der am 7. Oktober im Alter von 85 Jahren in Nürnberg verstarb.

Der in Horaditz (Sudetenland) geborene Franz Rosenbach war 1943 mit 15 Jahren zusammen mit seiner großen Familie nach Auschwitz-Birkenau deportiert worden. Dort ermordete die SS seine Eltern, eine ältere Schwester und zahlreiche weitere Angehörige. Franz Rosenbach selbst wurde von Auschwitz in die Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora gebracht. Unter katastrophalen Bedingungen musste er am Ausbau der Stollenanlage in Mittelbau-Dora arbeiten. Im April 1945 wurde Franz Rosenbach zusammen mit den anderen Gefangenen auf einen Todesmarsch in Richtung Hamburg-Neuengamme getrieben, wo ihm schließlich die Flucht gelang.

Vor 25 Jahren begann Franz Rosenbach erstmals in bayerischen Schulen über seine Erfahrungen als KZ-Häftling zu berichten. Seither führte er zahlreiche Zeitzeugengespräche auch in der KZ-Gedenkstätte Dachau. Seine Erinnerungen an die Verfolgung und Lagerhaft wurden 2005 unter dem Titel „Der Tod war mein ständiger Begleiter“ veröffentlicht.

Franz Rosenbach war Mitbegründer des Bayerischen Landesverbandes und Ehrenvorsitzender des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma. Für sein Engagement als Zeitzeuge wurde Franz Rosenbach mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht, unter anderem zeichnete ihn Bundespräsident Joachim Gauck noch in diesem Jahr mit dem Bundesverdienstkreuz aus.

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