Gewerkschaftliche Bildungsarbeit

Folgende Angebote richten sich an die betriebliche/gewerkschaftliche Jugendarbeit der IG-Metall Bayern zur Unterstützung der Angebote "Aufklärung über Rechtsextremismus" im Rahmen des Betriebsverfassungsgesetzes.

Die Themeneinheiten können auf Wunsch direkt in den Betrieben oder im Rahmen eines Besuches an der KZ-Gedenkstätte durchgeführt werden.
Alle Angebote sind als Bausteine konzipiert. Weitere konkrete inhaltliche Anfragen oder Vorschläge können direkt mit uns oder dem Jugendgästehaus vereinbart werden.

An der KZ-Gedenkstätte bestehen je nach Wunsch der Gruppe folgende Möglichkeiten:

  • Rundgang mit Themenschwerpunkt (ca. 3-4 Stunden)
  • Tages- oder Mehrtageseinheit an der Gedenkstätte bzw. im Jugendgästehaus
1. Einheit:
Besuch der KZ-Gedenkstätte Dachau

Rundgang über das Gelände und Informationen über die historischen Ausstellungen

Dauer: ca. 2-3 Stunden, mit Nacharbeit ca. 4 Stunden.
Dieser Rundgang kann jederzeit angefragt werden. Wenn gewünscht, können einzelne Schwerpunkthemen oder auch ein Zeitzeugengespräch angefragt werden (bspw. "Häftlingsschicksale"; "Sklavenarbeit"; "Rechtsextremismus heute" etc.).

2. Einheit:
Verfolgung und Widerstand - Kennenlernen von Einzelschicksalen und ihren Lebenswegen
  • Auseinandersetzung mit einer Biografie eines ehemaligen KZ-Häftlings
  • beispielhafte Vermittlung von Zielen des politischen Widerstandes
  • Auseinandersetzung über die heutige Bedeutung damaliger Verfolgungs-Erfahrung

Dauer: Je nach Vereinbarung als Halbtagesseminar (ca. 4 Stunden); Tagesseminar oder auch Mehrtagesseminar

Referenten: Josef Pröll (und Bildungsbereich KZ-Gedenkstätte/Jugendgästehaus) und Ernst Grube (Zeitzeuge).

Nicht nur im Konzentrationslager Dachau erlitten von 1933 bis 1945 viele aufgrund ihrer politischen Überzeugung und ihres Widerstandes Haft und Verfolgung. Viele überlebten dies nicht. Andere, denen dies gelang, versuchten nach 1945 ihre Verfolgungserfahrung und Überzeugungen in Erinnerung an die Opfer im Neuaufbau von Parteien und Gewerkschaften politisch umzusetzen.

So wurde die Gedenkstätte Dachau als Ort des Gedenkens und historischen Lernens auch zum "Archiv der Erinnerung" an Widerstand und Verfolgung in dieser Zeit, das Interviews, persönliche Nachlässe und Dokumente der Auseinandersetzung mit diesen Schicksalen nach 1945 umfasst.
Mithilfe von biografischen Dokumentationen und Zeitzeugengesprächen, die einen Lebensweg von Widerstand und Verfolgung, aber auch dem Überleben nach 1945 beschreiben, können sich interessierte Gruppen am konkreten Beispiel über diese Fragen informieren und auseinandersetzen.

Zu nennen wären hier bspw. Zeugnisse von Anna und Josef Pröll; Max Mannheimer oder Ernst Grube. Wichtig dabei bleibt die Frage:
Welche Bedeutung haben diese Erfahrungen für die heutige politische Arbeit?

3. Einheit:
Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und Antisemitismus

Dauer: Je nach Vereinbarung als Halbtagesseminar (ca. 4 Stunden); Tagesseminar oder auch Mehrtagesseminar

Referent: Josef Pröll (und Bildungsbereich KZ-Gedenkstätte/Jugendgästehaus)

Die Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus beinhaltet das Nachdenken über nationalsozialistische Ideologie und Politik, an denen heute vor allem rechtsextreme Gruppierungen nach wie vor anknüpfen.

Antisemitismus, anti-demokratische Einstellungen, rassistisch orientierte Menschen- und Gesellschaftsbilder werden verknüpft mit Vorurteilen und politischen Vorbehalten. Rechtsextreme Ideologie und Propaganda ist präsent in Betrieben, Schulen, Universitäten und politischen Bereichen.
Diese aktuelle rechtsextreme Präsenz und die Frage "Welche Erscheinungsformen hat heute "Rechtsextremismus"?" ist Anknüpfungspunkt der Einheit. Untersucht und überprüft werden Ideologie und politischen Ziele im Vergleich mit der historischen Realität in der NS-Zeit. Beispiele dafür bieten konkrete Beispiele von Widerstand und Verfolgung.

4. Einheit:
Seminar mit Referenten der IG-Metall Jugend oder Berufsschullehrern

"Besuch an der KZ-Gedenkstätte Dachau - Gedenkstättenpädagogik heute?"

Die KZ-Gedenkstätte bietet in Zusammenarbeit mit der DGB Jugend ein (Mehr)Tagesseminar bzw. eine Exkursion an der KZ-Gedenkstätte interessierten Berufsschullehrern an:

  • Information über Inhalt und Gestaltung der neuen Ausstellung
  • Vermittlung von Zeitzeugenerfahrungen
  • Auseinandersetzung mit gedenkpädagogischen Fragestellungen im Kontext des Berufsschulalltages
  • Welche Materialien sind für Berufsschullehrer/innen für die Vor- und Nachbereitung eines Besuches nötig?

Hinweis

Die Angebote zur gewerkschaftlichen Fortbildung werden vom Bildungsbereich der KZ-Gedenkstätte Dachau in Zusammenarbeit mit dem Jugendgästehaus Dachau getragen.