Gestaltungselemente

Der Eingang zur Ausstellung liegt im Westflügel des ehemaligen Wirtschaftsgebäudes und befindet sich direkt gegenüber der ersten Tafel des Internationalen Mahnmals von Nandor Glid aus dem Jahr 1968. Der Anfang des Mahnmals und der Zugang zur Ausstellung sind bewusst gewählt: An dieser Stelle, an der die ehemaligen Häftlinge gezwungen wurden, das Konzentrationslager zu betreten, soll der Besucher heute in Freiheit den Weg der Häftlinge nachvollziehen. Während das Internationale Mahnmal den Ort des ehemaligen Konzentrationslagers als heutigen Ort der Erinnerung und des Gedenkens an Terror, Leid und Überleben veranschaulicht, steht die Hauptausstellung für die historische Information und Aufklärung. Als Gestaltungselemente in der Ausstellung innerhalb des Gebäudes gibt es einerseits Fahnen (für biografische Informationen zu den Gefangenen sowie für Informationen zu Häftlingsgruppen), andererseits Tafeln (zur Erläuterung des historischen Hintergrunds).

Die Erklärung der historischen Gebäude, der Orte, die mit dem Schicksal der Häftlinge eng verbunden sind, ist ein zentrales Element der Ausstellung. Eine eigene Würdigung erfahren daher die baulichen Relikte: In jedem Raum befindet sich eine „Rauminformation“ (innerhalb des Gebäudes auf Glastafeln), die die historische Funktion des „authentischen Ortes“ erläutern.

Zwei Räume sind in der Ausstellung besonders hervorgehoben: Der „Schubraum“ und das „Häftlingsbad“. Diese Ehemaliger Schubraumbeiden Räume hatten eine besondere Bedeutung für die entwürdigende und brutale Prozedur, die die Häftlinge bei der Einlieferung in das Konzentrationslager über sich ergehen lassen mussten. In der Mitte des „Schubraumes“ (Schub = Gefangenentransport) standen Schreibtische, vor denen die Gefangenen der Reihe nach antreten mussten. Die Häftlinge wurden gezwungen, sich vollständig zu entkleiden, und alles abzugeben, was sie mit ihrem bisherigen Leben verband – Kleidung, Papiere und Wertsachen. Die Vitrinen in Ehemaliges Häftlingsbadder heutigen Ausstellung erinnern mit ihren Exponaten an diesen gewaltsamen Prozess. Völlig nackt wurden die Gefangenen vom „Schubraum“ in das „Häftlingsbad“ getrieben. Dort wurden sie am ganzen Körper kahl geschoren, mit Desinfektionslösung behandelt und geduscht: Ein Vorgang, der vorgeblich der Hygiene diente, gleichzeitig aber eine besondere Demütigung der KZ-Häftlinge darstellte. Die baulichen Überreste im „Häftlingsbad“ zeugen noch heute von der historischen Raumstruktur. Außerdem wird an dieser Stelle über die Terrorstrafen informiert, die die SS hier vollstreckte.