KZ-Gedenkstätte Dachau

Die KZ-Gedenkstätte Dachau entstand im Jahr 1965 auf Grund der Initiative Überlebender des Konzentrationslagers Dachau, die sich bereits 1955 im wieder gegründeten Comité International de Dachau (CID) zusammengeschlossen hatten, um für die Errichtung der Gedenkstätte am Ort des ehemaligen Häftlingslagers zu kämpfen. Die Umgestaltung des Ortes zu einer Gedenkstätte wurde 1968 mit der Einweihung des Internationalen Mahnmals am Appellplatz abgeschlossen. Die Bayerische Regierung und das Comité International de Dachau hatten zuvor einen Vertrag geschlossen, der die zukünftige gemeinsame Verantwortung für die Gedenkstätte festschrieb.

In den Jahren 1996-2003 wurde im Rahmen einer Neukonzeption eine neue Dokumentationsausstellung erschaffen, die unter dem Leitmotiv "Der Weg der Häftlinge" steht.

Seit 2003 hat die "Stiftung Bayerische Gedenkstätten" die KZ-Gedenkstätten Dachau und Flossenbürg übernommen. Ziel der Stiftung ist, "die Gedenkstätten als Zeugen für die Verbrechen des Nationalsozialismus, als Orte der Erinnerung an die Leiden der Opfer und als Lernorte für künftige Generationen zu erhalten und zu gestalten, die darauf bezogene geschichtliche Forschung zu unterstützen und dazu beizutragen, dass das Wissen über das historische Geschehen im Bewusstsein der Menschen wachgehalten wird" (Art. 2, Absatz 1. Gedenkstättenstiftungsgesetz).

Zeitleiste: 1945 - Gegenwart

Juli 1945 - Sommer 1948
Das US-Militär nutzt das ehemalige SS- und Häftlings-Lager für die Inhaftierung von NSDAP-Funktionären und Angehörigen der SS. In 489 Verfahren werden in Militärgerichtsprozessen 672 Anklagen erhoben.
1948
Das US-Militär gibt das Gelände des ehemaligen Häftlingslagers an den bayerischen Staat zurück. Dieser errichtet dort ein Auffanglager für Flüchtlinge und Heimatlose, später als „Wohnsiedlung Dachau Ost“ bezeichnet.
1955
Das CID – (Comité International de Dachau) gründet sich erneut. Durch ein Zusatzabkommen zu den Pariser Verträgen kann gerade noch verhindert werden, dass das ehemalige Krematorium abgerissen wird.
1959
Ein Kuratorium aus Vertretern öffentlicher Einrichtungen und Verbände, dessen Mitglieder nahezu alle aus dem Kreis ehemaliger Verfolgter stammen, fordert an der Seite des CID die Schaffung einer Gedenkstätte.
1960
Johannes Neuhäusler, Weihbischof von München, lässt eine Kapelle auf dem ehemaligen Häftlingslagergelände errichten, die beim Eucharistischen Weltkongress im Beisein von 50.000 Teilnehmern eingeweiht wird.
1962
Vereinbarung über die Schaffung einer Gedenkstätte zwischen der bayerischen Staatsregierung und dem CID. Beginn des Abrisses der Baracken, die aufgrund des Flüchtlingslagers stark verändert und baufällig sind, Rekonstruktion zweier Baracken, Instandsetzung der Mauern und Wachtürme.
1964
Errichtung des Karmelklosters Heilig Blut.
1965
Eröffnung der KZ-Gedenkstätte Dachau mit einer neuen Dokumentationsausstellung.
1967
Errichtung der evangelischen Versöhnungskirche und der jüdischen Gedenkstätte.
1968
Enthüllung des Mahnmals von Nandor Glid.
1975 - 1985
In diesem Jahrzehnt wird die Gedenkstätte zunehmend als Ort zur politischen Bildung genutzt. „Vergessene Opfer“ rücken in den Mittelpunkt des Interesses (Sinti und Roma, Zeugen Jehovas, Homosexuelle). Im Frühjahr 1980 demonstriert eine Gruppe Sinti und Roma mit einem Hungerstreik gegen die bestehende Diskriminierung.
1995
50. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau. Beauftragung eines wissenschaftlichen Beirats für eine Neukonzeption bezüglich der künftigen Arbeit an der Gedenkstätte. Einweihung der russisch-orthodoxen Kapelle.
2001
Eröffnung einer neuen Teilausstellung im ehemaligen Bunker.
2002 - 2003
Eröffnung einer neuen Dauerausstellung im ehemaligen Wirtschaftsgebäude.
2005
Anlässlich des 60. Jahrestags wird der Eingang zur Gedenkstätte am Jourhaus ermöglicht, dem ursprünglichen Eingang zum Häftlingslager.
2009
Eröffnung des neuen Besuchergebäudes.