KZ-Friedhof auf dem Leitenberg

Vom 28. Februar 1945 bis zum 27. April 1945, möglicherweise auch schon im Oktober 1944, wurden auf Anweisung der Kommandantur des KZ Dachau auf dem Leitenberg im Dachauer Ortsteil Etzenhausen acht Massengräber angelegt. Bis zur Befreiung am 29. April 1945 sind dort nachweislich 4.318 tote KZ-Häftlinge bestattet worden. Weitere 1.879 tote Häftlinge sowie die bei den Kämpfen in der Nähe Dachaus ums Leben gekommenen deutschen Wehrmachtssoldaten wurden bis mindestens zum 18. Mai 1945 in zwei weiteren Massengräbern beigesetzt.

Italienische Kapelle "Regina Pacis"
Italienische Kapelle "Regina Pacis"

Der französische Suchdienst ließ in den Jahren 1955 bis 1959 die Gräber exhumieren, um die als französische Staatsangehörige erkannten Toten in die Heimat zu überführen. Die übrigen Toten wurden zusammen mit KZ-Opfern aus einigen aufgelassenen KZ-Friedhöfen in Oberbayern auf dem Leitenberg wieder bestattet. Auf der Grundlage der Exhumierungsprotokolle konnte eine Gräberliste angelegt werden: Nach dieser waren auf dem Leitenberg über 7.600 Tote begraben. Nach den Überführungen sind heute noch 7.439 KZ-Häftlinge am Leitenberg bestattet.

Der Ehrenfriedhof wurde im Dezember 1949 eingeweiht. Darüber hinaus wurde dort eine achteckige, turmartige Gedächtnishalle für die KZ-Opfer sowie im Jahr 1963 die italienische Gedenkkapelle "Regina Pacis" errichtet. 1999 wurde ein Gedenkstein für die polnischen Opfer unter den Toten eingeweiht.