Zeitzeugengespräch mit Erich Finsches

Mit dem jüdischen Überlebenden Erich Finsches, 1927 in Wien geboren, lädt die KZ-Gedenkstätte zum zwanzigsten Mal zu ihrer Veranstaltungsreihe „Dachauer Zeitzeugengespräche“ ein.

Erich Finsches wird am 11. September 1927 in Wien geboren. Als im November 1938 sein Vater Julius Finsches wie hunderte andere Juden verhaftet wird, gerät auch Erich Finsches bei der Suche nach dem Vater in die Hände der Gestapo. Er wird in Wien inhaftiert und von Gestapo- und SS-Männern misshandelt. Nach einigen Wochen wird er in das Arbeitslager Eisenerz überstellt, wo er schwerste Zwangsarbeit leisten muss. Doch dem findigen Elfjährigen gelingt die Flucht nach Wien zu seiner Mutter. Fortan hält er sich im Untergrund verborgen.

Erst im Herbst 1942 wird er wieder aufgegriffen und zur Zwangsarbeit in arisierten Wiener Betrieben herangezogen. Erneut gelingt ihm die Flucht, die ihn bis nach Ungarn führt. Im März 1944 wird er zusammen mit vielen anderen ungarischen Juden nach Auschwitz deportiert. Erich Finsches wird von dort am 18. September 1944 in das Dachauer Außenlager Mühldorf überführt. Unter schwersten Bedingungen muss er Bunkeranlagen für die Kriegswirtschaft bauen. Kurz vor Kriegsende wird er völlig erschöpft in den Dachauer Außenlagerkomplex Kaufering transportiert und erlebt dort die Befreiung durch die amerikanischen Truppen.

Erich Finsches lebt heute in Wien, wo er sich nach dem Krieg niedergelassen und eine Familie gegründet hat. Er ist als Zeitzeuge aktiv und berichtet immer wieder von seinen Erfahrungen. Seit Jahren ist er ein regelmäßiger Teilnehmer an den jährlichen Dachauer Befreiungsfeierlichkeiten.


Zu unserem „Dachauer Zeitzeugengespräch“ laden wir Sie herzlich ein.

Donnerstag, 2. Mai 2019, 19 Uhr
im Besucherzentrum der KZ-Gedenkstätte Dachau, Pater-Roth-Straße 2a

Einführung
Dr. Gabriele Hammermann,
Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau

Es berichtet
Erich Finsches, Österreich

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht nötig.

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