Zeitzeugengespräch mit Leon Schwarzbaum am "Tag des Gedenkens für die Opfer des Nationalsozialismus"

Leon Schwarzbaum, genannt Henry, wird 1921 in Hamburg-Altona geboren. 1923 siedeln er und seine Familie in die oberschlesische Kleinstadt Bendzin um, die zu dieser Zeit eine der größten jüdischen Gemeinden im damaligen Polen ist. Familie Schwarzbaum betreibt dort diverse Industrie- und Gewerbebetriebe und gehört zu den großen Mäzenen und Stiftern der Stadt. Als Polen 1939 von Deutschland überfallen und Bendzin von der Wehrmacht besetzt wird, müssen Henry und seine Familie im dort von den Nazis eingerichteten Ghetto leben. 1943 flieht Henry in eine Nachbarstadt, wird von der SS aufgegriffen und in das nur 50 Kilometer entfernte Auschwitz gebracht, in dem kurz zuvor schon seine gesamte Familie vernichtet worden war.

Um zu überleben, muss Henry den täglichen Selektionen entgehen. Er wird als Zwangsarbeiter für das Außenlager Bobrek rekrutiert, wo er Werkzeugteile für Siemens produzieren muss. Als die SS wegen des Herannahens der Roten Armee Auschwitz räumt, wird Henry zunächst nach Buchenwald verlegt und von dort mit 88 anderen Häftlingen im Februar 1945 in das Sachsenhausener Außenlager Haselhorst in Berlin-Siemensstadt verschleppt. Nach der Bombardierung dieses Lagers am 28. März 1945 wird Henry zusammen mit den anderen Häftlingen nach Sachsenhausen gebracht und von dort im April 1945 auf den Todesmarsch geschickt. Kurz vor Schwerin wird er von einer amerikanischen Einheit befreit.

Das Zeitzeugengespräch im Ludwig-Thoma-Haus, Augsburger Straße 23 in Dachau, beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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