Vorstellung des Tagesseminars

"Wir sollen […] versuchen zu erinnern, zu fühlen und zu gedenken. Aber NS-Terror? Meine Erinnerung ist das nicht. Ich kann mich an meinen achten Geburtstag erinnern. An meine erste Liebe. […] Ich erinnere mich nicht an den Krieg […]."
Schülerin, 19 Jahre, zitiert nach Zeitmagazin Nr. 46 vom 04.11.2010

"Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen. Es ist deshalb wichtig, nun eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt."
Bundespräsident Roman Herzog am 27. Januar 1996, den er an diesem Tag zum zentralen Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus erklärte.

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Zwei Zitate zum Erinnern und Gedenken, die zeigen, dass die Gestaltung einer Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus gleichermaßen ein aktuelles als auch ein kompliziertes Thema ist. Was heißt Gedenken eigentlich? Und wie sah und sieht es aus?

Im Tagesseminar arbeiten und lernen die Teilnehmer selbständig zum Thema Erinnern und Gedenken. Sie setzen sich dabei nach einer Ortsbetrachtung mit Texten und Quellen zu Mahnmalen und Denkmälern auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau auseinander und vergleichen die Aussagen der Texte mit ihrem eigenen Eindruck zu diesen Formen des Gedenkens. Das Seminar gibt so exemplarisch einen Überblick über die Geschichte der Erinnerungskultur nach 1945 und befähigt die Teilnehmer damit auch zu einer Teilnahme an aktuellen Diskursen zur NS-Geschichte.

Das Tagesseminar richtet sich an Schüler der Sekundarstufe II und ist auch für Erwachsenengruppen geeignet. 

Ablauf des Tagesseminars

Der Tag beginnt mit einer Einführungs- und Reflexionsübung zum Thema "Gedenken". Dabei werden die Teilnehmer mit verschiedenen Zitaten zum Thema konfrontiert, die sie diskutieren und sich so einen ersten Überblick über die Komplexität des Themas verschaffen können.

Es folgt eine Führung zur Nachgeschichte des Konzentrationslagers Dachau, das heißt, zur Nachnutzung des Geländes zwischen 1945 und 1965 und zur Geschichte der KZ-Gedenkstätte von 1965 bis heute. Die Teilnehmer erhalten dadurch einen neuen Blick auf das Gelände, das sie vielleicht schon durch Besuche in einer früheren Jahrgangsstufe kennen. Die Geschichte des Konzentrationslagers Dachau ist dabei nur am Rande Thema. Selbstverständlich wird auf Nachfragen dazu eingegangen, ein Vorwissen der Schüler zum Nationalsozialismus und zur Geschichte der Konzentrationslager wird aber vorausgesetzt.

Am Nachmittag setzen sich die Teilnehmer selbstständig in Gruppenarbeit mit verschiedenen Orten auf dem Gelände auseinander. Sie betrachten dabei zunächst unvoreingenommen eines der zur Auswahl stehenden Mahnmale und vergleichen dann ihre eigene Wahrnehmung dieser Art des Gedenkens mit der Aussage von Texten. Ihre Ergebnisse stellen sie den anderen Teilnehmern vor.

Am Ende des Tages steht eine Schlussdiskussion und Reflexion.

Buchung

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