Vorstellung des Tagesseminars

Häftlinge im Schlafraum - Zeichnung eines unbekannten Häftlings
Häftlinge im Schlafraum - Zeichnung eines unbekannten Häftlings

"Wie sah das Leben der Häftlinge im Konzentrationslager Dachau aus?"

Diese Frage ist eine der häufigsten, die Jugendliche während eines Besuchs der KZ-Gedenkstätte Dachau stellen. Im Tagesseminar „Was sieht man und was bedeutet das? - Der Alltag der Häftlinge in Bildern und Berichten“ arbeiten und lernen die Teilnehmenden zu dieser Frage. Dabei steht ihnen in der Gruppenarbeitsphase eine große Auswahl an Bild- und Textquellen zur Verfügung, die ihnen auch einen Perspektivenwechsel ermöglicht. Alltägliche Begriffe wie „Arbeit“ werden im Laufe des Tages mit anderem Inhalt gefüllt.

Das Tagesseminar richtet sich an Schüler ab der 9. Jahrgangsstufe. Es ist in einer Variation aber auch für die Sekundarstufe II oder Erwachsenengruppen geeignet.

Ablauf des Tagesseminars

Der Tag beginnt mit zwei Einführungsübungen, die nach den Erwartungen und Befürchtungen der Teilnehmer fragen und unter Einbeziehung ihres Vorwissens erste Hintergrundinformationen zum System der Konzentrationslager und den in ihm verfolgten Menschen gibt.

Es folgt eine etwa zweistündige Führung zur Geschichte des Konzentrationslagers Dachau. Anhand des historischen Geländes, der noch erhaltenen Gebäude und der Rekonstruktionen am Ort sollen die Spuren herausgestellt werden, die von der Zeit des Konzentrationslagers und der Nachgeschichte zeugen. Der Einbezug von Biografien ehemaliger Häftlinge ermöglicht einen personalisierten Zugang. Das Thema "Alltag der Häftlinge" wird dabei weitgehend ausgespart.

Am Nachmittag setzen sich die Teilnehmer selbstständig in Gruppenarbeit mit verschiedenen Themenbereichen auseinander. Die Aufgaben greifen dabei sowohl auf das in der zuvor durchgeführten Führung Erfahrene als auch auf bereits vorhandenes Wissen der Teilnehmenden zurück. Es wird versucht, mit so wenig Text wie möglich zu arbeiten, um ein möglichst großes Spektrum an Teilnehmenden anzusprechen. Gleichzeitig wird eine große Vielfalt an Bildquellen eingebunden - etwa Zeichnungen ehemaliger Häftlinge und Propagandaaufnahmen der SS. Diese Vielfalt soll ein quellenkritisches Vorgehen anregen. Text- und Bildanalysebögen helfen bei der Erschließung der multiperspektivischen Quellen. Wenn thematisch möglich, suchen die Teilnehmenden Orte und Relikte mit thematischem Bezug in der Gedenkstätte auf. Ihre Ergebnisse stellen die Gruppen den anderen Teilnehmern vor. Diese kurzen Präsentationen sollten möglichst an den zum jeweiligen Thema zugehörigen Orten stattfinden.

Am Ende des Tages steht eine Schlussdiskussion und Reflexion.

Buchung

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